Zinn
Sn (lat.: Stannum) - Element Nr. 50
Atommasse: 118,71 - Dichte:  7,29 g/cm³

Schmelzpunkt.: 232,1 °C - Siedepunkt.: 2270°C

Historische Bedeutung
Zinn und seine Verarbeitung muß in den frühen Hochkulturen mindestens seit 2500 vor Christus bekannt gewesen sein. Seine Verwendung in Ägypten um 1500 v. Chr. ist erwiesen. In China wird es seit ca. 1750 v. Chr. verwendet. In der Bronzezeit war Zinn unverzichtbarer Legierungsbestandteil für die Herstellung von Bronze (Kupfer + Zinn). Je mehr Gebrauchsgegenstände und Waffen aus Bronze hergestellt wurden, desto größer wurde auch die Nachfrage nach Zinn. Da die Zinnvorkommen im mediterranen Raum sehr gering waren, musste das Metall teils über weite Strecken herangeschafft werden. Die Bedeutung von Zinn wird klar, wenn man der Theorie einiger Historiker glaubt, der Trojanische Krieg um 1000 v. Chr. sei ein Kampf um den freien Zugang zu Rohstoffen aus Vorderasien wie z.B. Zinn gewesen. Vermutungen gehen auch dahin, dass zu derselben Zeit phönizische Händler durch die Meerenge von Gibraltar bis an die Küsten England segelten, um dort Zinn zu kaufen. Nachdem sich Eisen als Waffenmetall allgemein durchgesetzt und Bronze verdrängt hatte, wurde Zinn überwiegend in Gebrauchsgegenständen verwendet. Die teilweise kunstvoll verzierten Zinnkrüge und -teller aus dem Mittelalter können noch heute in Museen bewundert werden. Als Zinn - Bleilegierung wurde es zu Orgelpfeifen in Kirchen gefertigt. Industrielle Bedeutung erlangte es mit dem Beginn der Weißblechherstellung seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts.

Vorkommen
Zinn ist ein relativ häufiges Element der Erdkruste. Größte wirtschaftliche Bedeutung hat Zinnstein (Zinndioxid). Die wichtigsten Vorkommen findet man in China, Indonesien, Brasilien und Bolivien.

Eigenschaften
Zinn ist ein weiches, silbrig glänzendes Metall, härter als Blei und im Gegensatz zu diesem ungiftig. So ist es unter Umständen auch für den Menschen in homöopathischen Mengen lebensnotwendig. Im Körper eines Erwachsenen mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 70 kg findet man ca. 15 mg Zinn. Wird Zinn verbogen, gibt es ein charakteristisches Geräusch, das als ‘Zinnschrei’ bekannt ist. An Luft und in Wasser ist das Metall unter Normalbedingungen sehr beständig, da es durch eine schützende Oxidschicht passiviert wird. Auch von verdünnten Säuren und Basen wird es nicht angegriffen. Dagegen wird es von konzentrierten Säuren und Basen unter Freisetzung von Wasserstoffgas zersetzt. Als ‘Zinnpest’ bezeichnet man den langsamen Zerfall der stabilen Zinnmodifikation bei Temperaturen unter 13°C. Dieser Prozess wird durch legieren mit Wismut verhindert. In den von uns ausschließlich verwendeten Zinnlegierungen mit einem Zinngehalt von mindestens 95 % Zinn, (gemäß DIN 17 8 10), ist Wismut aus Gründen des Verbraucherschutzes natürlich nicht enthalten.

Verwendung
Anfang der neunziger Jahre  wurden weltweit ca.175.000 Tonnen Zinn gefördert.
 

 Porzellan
weißbrennende Silikat-Keramik mit durchscheinendem Scherben
Dichte:  ca. 2,6 g/cm³

Brenntemperatur: ca. 1400 °C

Historische Bedeutung
Porzellan wurde zuerst in China ca. um 100 v. Chr. hergestellt. Die dort vorkommenden Rohstoffe wurden oft in Familientradition über viele Generationen hinweg verarbeitet, wodurch die Eigenarten der jeweiligen Rohstoffe bekannt waren und Ihre Eigenheiten beherrschbar blieben. In Europa war das elegante weiße Geschirr, mit seinem transparenten Scherben zunächst nur für die Königs- und Fürstenhäuser erschwinglich, da es über die damals unsicheren Handelswege per Schiff importiert werden musste. Der Alchimist Johann Friedrich Böttger „erfand" bei einem seiner Versuche Gold herzustellen sozusagen das Porzellan für die Europäer neu, indem er anscheinend den  in seiner Gegend vorkommenden Kaolin als Ausgangsstoff für seine Versuche wählte. Die sehr aufwendige Herstellung des neuen Werkstoffes machte anfangs auch das europäische Porzellan zu einem unerschwinglichen Gut für die Mehrheit der Bevölkerung. Neue Herstellungstechniken, wie z.B. das Gießen von Geschirrteilen mit einer flüssigen Masse, ebneten allerdings auch dem Porzellan den Einzug in die meisten Haushalte. Heutzutage wird Porzellan nicht nur für Geschirre oder Figuren verwendet, sondern hat sich aufgrund seiner Eigenschaften auch in vielen technischen Bereichen wie z.B. Elektrobauteile oder Isolatoren, zum unentbehrlichen Werkstoff entwickelt.

Herstellung
Porzellan wird aus einem Gemenge von Kaolin, Feldspat und Quarz hergestellt. Dieses Gemenge wird nach entsprechender Vorbereitung über verschiedene Formgebungsverfahren zu einem Gefäß geformt, welches zunächst ohne Glasur bei ca. 1000°C „geschrüht", also verfestigt wird. Der sog. „Garbrand", erfolgt nach dem Auftragen der Glasur bei ca. 1400 - 1420 °C. Der Rohstoff Kaolin, kommt in Deutschland z.B. in der Oberpfalz, an der Grenze zu Tschechien, sowie in Sachsen in ausreichender Menge vor.

Eigenschaften
Porzellan ist ein dichter Werkstoff, elektrisch isolierend, Hochtemperaturbeständig und von hoher mechanischer Festigkeit. Der Porzellankörper als solcher ist bei geringer Dicke, aufgrund des hohen Gehaltes an Glasphase im Scherben transparent (durchscheinend). Porzellan ist lebensmittelecht und Beständig gegen Angriff durch Säuren und Laugen, Verwendung.
Porzellan wird nicht nur zu Haushaltsartikeln (z.B. Geschirre) verarbeitet, seinen Einsatz findet es sowohl in der technischen Keramik (Elektrobauteile, Isolatorkörper etc.), in der Dentalkeramik (Zahnersatz), wie auch in der Biokeramik (Gelenksprothesen), der künstlerischen Keramik (Skulpturen und Objekte) und natürlich für Bierkrüge.